Liebenswerter Besuch

Teamwork über Generationen

Ende August kam mein Großneffe mit seinem Opa (mein Bruder) für eine Woche zu Besuch, er wollte bei mir das Schnitzen lernen. Er ist zehneinhalb Jahre jung und hatte genaue Vorstellungen von den Fertigkeiten, die er von mir lernen wollte.

Also machten wir uns ein Arbeitsprogramm für die einzelnen Tage und los ging's.

Wir schauten uns gemeinsam den Arbeitsraum an und suchten auch gleich verschiedene Hölzer für die Bearbeitung aus.

Mein Großneffe wollte unbedingt einen Holzlöffel ausschneiden, also suchten wir ein Stück Zwetschgenholz, wir fanden ein schon zugeschnittenes Teil und er fing sofort nach der Aufzeichnung an. 

Um das Schnitzen mit einem Stechbeitel zu üben, sollte eine Schale erarbeitet werden.

Wir nahmen dafür ein Stück Kirschholz, spannten es ein und mutig ging er an's Werk.

Er zeigte sich als ein sehr lernbegieriges und ausdauerndes Kind, ich war hocherfreut.

Da ihm die Herstellung von Löffeln sichtlich sehr gefiel, wollte er auch mal ganz kleine Löffelchen schnitzen, die er für Salz oder Pfeffer verwenden könnte.

Nix leichter als das, die Arbeit verging wie im Flug. Er staunte selbst: Was, schon fertig? Und stolz zeigte er abends immer sein Tagwerk. Hier sind einige seiner Werke zu sehen: Die Kirschholz-Schale, 2 Löffelchen aus Nussholz und 2 aus Olivenholz und noch eine kleine erste Drechselarbeit, ein Kirschholz-Untertellerchen.

Um die Größe der kleinen Löffelchen besser zeigen zu können, habe ich sie in der Handfläche fotografiert.

Die Löffelchen sind nicht größer als ein kleiner Finger und passen in ein Salzfass usw.

Das gedrechselte Tellerchen ist gut als Untersetzer für ein Wasserglas....

Letzte Arbeit war dann noch eine kleine Figur aus Lindenholz. Das war wohl die schwierigste Arbeit, aber den Mut zu verlieren war nicht seine Sache und er hielt durch.

Natürlich kann man an der Figur noch viel machen, doch ich denke der Anfang ist geschafft und mit seinem scharfen Taschenmesser wird er die Feinheiten  schon noch hin kriegen.

Außerdem kann er mich ja in irgendwelchen folgenden Ferien wieder besuchen. Einen solchen "Lehrbuben" heiße ich jederzeit willkommen.

 

Kommentar schreiben

Kommentare: 0